Probleme bei Suchmaschinen
März 10th, 2008Suchmaschinen müssen im Betrieb mit verschiedenartigen Problemen umgehen:
- Mehrdeutigkeit
- Suchanfragen sind oft unpräzise. So kann die Suchmaschine nicht selbstständig entscheiden, ob beim Begriff Laster nach einem LKW oder einer schlechten Angewohnheit gesucht werden soll (semantische Korrektheit). Umgekehrt sollte die Suchmaschine nicht zu stur auf dem eingegebenen Begriff bestehen. Sie sollte auch Synonyme einbeziehen, damit der Suchbegriff Rechner Linux auch Seiten findet, die statt Rechner das Wort Computer enthalten.
- Grammatik
- Viele mögliche Treffer gehen verloren, weil der Nutzer nach einer bestimmten grammatikalischen Form eines Suchbegriffes sucht. So findet die Suche nach dem Begriff Auto zwar alle im Suchindex enthaltenen Seiten, die diesen Begriff enthalten, nicht aber jene mit dem Begriff Autos. Manche Suchmaschinen erlauben die Suche mittels Wildcards, mit denen sich dieses Problem teilweise umgehen lässt (z. B. berücksichtigt die Suchanfrage Auto* auch den Begriff Autos oder Automatismus), allerdings muss der Nutzer die Möglichkeit auch kennen. Weiterhin wird oft Stemming verwendet, dabei werden Wörter auf ihren Grundstamm reduziert. So ist einerseits eine Abfrage nach ähnlichen Wortformen möglich (schöne Blumen findet so auch schöner Blume), außerdem wird die Anzahl der Begriffe im Index reduziert. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz statistischer Verfahren, mit denen die Suchmaschine die Anfrage z. B. durch das Auftauchen verschiedener verwandter Begriffe auf Webseiten danach bewertet, ob mit der Suche nach Auto reparieren auch die Suche nach Autos reparatur oder Automatismus repariert gemeint gewesen sein könnte.
- Satzzeichen
- Fachbegriffe und Produktbezeichnungen zu deren Eigennamen ein Satzzeichen gehört (z. B. Apples Webservice .Mac oder C/net) können bei den gängigen Suchmaschinen nicht effektiv gesucht und gefunden werden. Lediglich für ein paar sehr häufige Begriffe (z. B. .Net, C#, oder C++) wurden Ausnahmen geschaffen .
- Datenmenge
- Das Web wächst schneller als die Suchmaschinen mit der derzeitigen Technik indizieren können. Dabei ist der den Suchmaschinen unbekannte Teil das so genannte Deep Web – noch gar nicht eingerechnet.
- Aktualität
- Viele Webseiten werden häufig aktualisiert, was die Suchmaschinen zwingt, diese Seiten nach definierbaren Regeln (Robots) immer wieder zu besuchen. Dieses ist auch notwendig, um zwischenzeitlich aus der Datenbasis entfernte Dokumente zu erkennen und nicht länger als Ergebnis anzubieten. Das regelmäßige Herunterladen der mehreren Milliarden Dokumente, die eine Suchmaschine im Index hat, stellt große Anforderungen an die Netzwerkressourcen (Traffic) des Suchmaschinenbetreibers.
- Spam
- Mittels Suchmaschinen-Spamming versuchen manche Website-Betreiber, den Ranking-Algorithmus der Suchmaschinen zu überlisten, um eine bessere Platzierung für gewisse Suchanfragen zu bekommen. Sowohl den Betreibern der Suchmaschine als auch deren Kunden schadet dieses, da nun nicht mehr die relevantesten Dokumente zuerst angezeigt werden.
- Technik
- Suchen auf sehr großen Datenmengen so umzusetzen, dass die Verfügbarkeit hoch ist (trotz Hardware-Ausfällen und Netzengpässen) und die Antwortzeiten niedrig (obwohl oft pro Suchanfrage das Lesen und Verarbeiten mehrerer 100 MB Index-Daten erforderlich ist), stellt große Anforderungen an den Suchmaschinenbetreiber. Systeme müssen sehr redundant ausgelegt sein, zum einen auf den Computern vor Ort in einem Rechenzentrum, zum anderen sollte es mehr als ein Rechenzentrum geben, das die komplette Suchmaschinenfunktionalität anbietet.
- Recht
- Suchmaschinen werden meistens international betrieben und bieten somit Benutzern Ergebnisse von Servern, die in anderen Ländern stehen. Da die Gesetzgebungen der verschiedenen Länder unterschiedliche Auffassungen davon haben, welche Inhalte erlaubt sind, geraten Betreiber von Suchmaschinen oft unter Druck, gewisse Seiten von ihren Ergebnissen auszuschließen. Die deutschen Internet-Suchmaschinen wollen jugendgefährdende Seiten durch die Freiwillige Selbstkontrolle aus ihren Trefferlisten streichen.